Ein Kosmonaut auf dem Land

Ich selbst bin natürlich kein Kosmonaut, oder doch? Nein, aber der Film ist es. Es handelt sich dabei um den Kosmo Foto Mono, den ich mir bei einer meiner Filmbestellungen einfach mit in den Warenkorb gepackt habe. Neugier war es vor allem, die mich dazu brachte. Ein wenig Recherche hätte mir gut getan, aber dazu später mehr.

Da war ich nun, bestückt mit zwei Rollen Kosmo Foto Mono und keinem Plan, was ich damit anstellen sollte. Zum Zeitpunkt des Kaufs lagen meine 35mm Kameras allesamt in der Ecke und warteten darauf, wieder benutzt zu werden. Der Zeitpunkt kam, aber die Kosmos blieben in ihren Schachteln. ISO100 ist einfach nicht so vielseitig und deswegen greife ich meist zu ISO400-Filmen. Wie die beiden bunten Schachteln mit dem Kosmonauten da so auf meinem Schreibtisch lagen, nahm ich einen und legte ihn in meine Nikon F4s. Einfache Landschaften ohne viel Drama, ein paar Nahaufnahmen von der Natur, damit füllte ich ihn. Die zweite Rolle bekam dann teilweise etwas kontrastreichere Motive ab, aber alles weiterhin in freier Natur. Da, wo ich mich meist am wohlsten fühle.

Nachdem ich beide Film gefüllt hatte, machte ich mich bezüglich der Entwicklung schlau. Für den Kosmo Foto Mono gibt es nur recht wenige Entwickler-Zeit-Kombinationen bei meiner bzgl. der Entwicklung üblichen Quelle für solche Infos (-> Massive Dev Chart). Das war auch der Grund, mal etwas zu googeln. Dabei stieß ich auf den Fakt, dass der Kosmo Foto Mono eigentlich nur ein umgelabelter Foma 100 ist. Tolle Wurst! Da hätte ich auch gleich den Foma für 2€ pro Rolle weniger kaufen können. Naja, nun war das Kind einmal in den Brunnen gefallen. Für den Foma 100 findet man natürlich unzählige Angaben, wie man den entwickeln kann bzw. sollte. Ich hab ihn schlussendlich in Kodak HC110 gebadet.

Letztlich habe ich weder den Kauf des Kosmo Foto Mono, noch die Wahl von HC110 für die Entwicklung bereut. Ich mag die Ergebnisse sehr und zudem unterstützt man mit dem Kauf bei Kosmo die Etablierung eines weiteren Anbieters, der bestrebt ist, nicht nur umgelabelte Filme zu verkaufen, sondern in Zukunft auch eigene Filme anzubieten. Mal davon abgesehen sind seine Pappschachteln und die Beklebung der Filmpatronen deutlich schicker als die von Foma und da bin ich schon ein wenig Ästhet. Also werde ich Stephen Dowling weiterhin ab und an mal unterstützen, indem ich „seine“ Filme kaufe.

Egal, ob Morgennebel in Gorden und Lauchhammer, ein spätsommerlicher Nachmittag in und um Moritzburg oder Unwetterstimmung zwischen Burkau und Uhyst a.T., der Kosmo Foto Mono (bzw. Foma 100) zeigt Charakter. Genau das ist mir bei Filmen wichtig. Schärfe, geringes Korn, das sind Dinge, die nett, aber eben nicht alles sind. Mag ich den Adox Silvermax mehr? Ja und nein, denn er ist vollkommen anders. Ich möchte daher nicht in die Diskussionen, die vielerorts abgehalten werden, einsteigen. Ein Vergleich von verschiedenen Filmen ist wie der zwischen Äpfeln und Birnen…

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