Ektachrome die zweite, der E100VS

Kodak Ektachrome E100VS

Vor einiger Zeit habe ich bereits über meine Erfahrung mit dem Ektachrome E320T berichtet. Vorher hatte ich allerdings bereits einen anderen Vertreter der Ektachromes von Kodak benutzt, den E100VS. Mittlerweile habe ich alle 5 Rollen meines Februar 2014 verfallenen E100VS verfotografiert und kann ausführlicher darüber berichten.
Ursprünglich wurde der E100VS als Diafilm mit höchster Farbsättigung (daher das VS, vivid staturation) vermarktet. In der ersten Hälfte des Jahres 2012 lief dann (leider!) die letzte Charge vom Band in Rochester.

Der ersten Film kam letztes Jahr im Herbst im Urlaub am Glubigsee in Brandenburg zum Einsatz. Da ich seine Lagerbedingungen nicht kannte, hatte ich keine großen Erwartungen an den E100VS. Solange etwas zu sehen wäre, hätte ich das Experiment als Erfolg gewertet. Wichtige Dinge sollte man ohnehin nicht mit abgelaufenem Filmmaterial fotografieren, so wird es vielerorts postuliert. Das mag für dokumentarische Aufträge gelten, aber im Hinblick auf die Fotografie als Kunstgattung ist das Unsinn. Der Zufall schreibt schließlich die schönsten Geschichten und abgelaufener Film sorgt mehr oder weniger immer für Überraschungen. Als ich nun die ersten beidenFilme vom Fotolabor meines Vertrauens abholte, war ich so positiv angetan, dass ich mir die restlichen Rollen für einen besonderen Anlass aufheben wollte. Doch vor allem die erste Rolle war ein Augenschmaus. Der E100VS ist deutlich gutmütiger als ich es vom Fuji Velvia 50 bzw. 100 kannte. Lichter brennen nicht mit einem Schlag aus, sondern gehen sanft ins Weiß über, auch der Übergang zu den Schatten verläuft harmonisch. Das sind allerdings Eigenschaften, die nicht nur der E100VS besitzt, sondern auch der neu aufgelegte Ektachrome E100. Allgemein besitzen die Ektachrom-Filme einen subjektiv größeren Dynamikumfang. Nicht ganz so hoch, wie bei Farbnegativfilmen, aber für einen Diafilm doch schon außergewöhnlich.

Die drei letzten Rollen habe ich nun für Herbstbilder im Dorf meiner Schwiegereltern und im Urlaub in Bad Flinsberg ( Świeradów-Zdrój) in Polen eingesetzt. Und auch diesmal, ein Jahr später, wusste der E100VS zu überzeugen. Natürlich gibt er die Farben nicht so wider, wie sie in der Natur vorkommen. Dafür verstärkt die Farbverschiebung die Stimmung auf den Fotos und das ist genau das, was mir wichtiger ist.

Das warme Licht der auf- bzw. untergehenden Herbstsonne verstärkt den Effekt der Farbverschiebung noch zusätzlich. Surrealistisch muten die Fotos an und geben recht gut mein Gefühl während des Fotografierens wieder. Darum geht es ja in der künstlerischen Fotografie auch, Gefühle zu transportieren. Auch die scheinbar dokumentarischen Fotos von Ansel Adams waren letztlich Manipulationen der Wirklichkeit und gaben wieder, was der Meister sah und fühlte.

Auch wenn der wiederbelebte E100 eine etwas andere Charakteristik als der alte E100VS besitzt, so bin ich doch sehr froh, dass Kodak ihn wieder auf den Markt gebracht hat und es ihn nun auch wieder als Rollfilm und 4×5-Planfilm gibt. Danke Kodak!

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